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FoBi-ID: Fobi-2023-1036 06. März 2023 - 19. Juni 2023
Professionell handeln in Gewaltsituationen

Programm:

Die Problematik von Übergriffen ist in vielen Institutionen, in denen Menschen betreut oder behandelt werden, bekannt. Diese stellt für die Mitarbeiter*innen die besondere Herausforderung dar, gewalttätigen Konflikten frühzeitig entgegenzuwirken, sich zu schützen und aggressiv verhaltenden Klient*innen würdevoll zu begegnen.

Das PART®-Konzept, dessen Ursprünge aus den USA stammen, hat sich in diesen Situationen bewährt und ist in vielen Institutionen Standard. Es wird im deutschsprachigen Raum seit über 25 Jahren in Bereichen wie Jugendhilfe, Eingliederungshilfe, Gesundheitswesen, Altenhilfe und öffentlicher Verwaltung eingesetzt.

Im PART®-Konzept geht es in grundlegender und umfassender Weise um die Prävention und Lösung gewalttätiger Konflikte im eigenen Arbeitsfeld – und damit um einen wesentlichen Aspekt der Arbeitssicherheit. Das oberste Ziel des PART®-Konzeptes ist, die Persönlichkeitsrechte und die Würde der Klient*innen zu achten und dabei Sicherheit für alle Beteiligten herzustellen.

Die Multiplikator*innen-Ausbildung qualifiziert die Teilnehmer*innen also dazu, PART®-Seminare in der eigenen Institution und Fallberatungen für die Kolleg*innen durchzuführen. Sie wird im „Blended Learning-Format“ durchgeführt, dauert neun Tage und findet in zwei Präsenzblöcken, einer halbtägigen Selbstlernphase und insgesamt eineinhalbtägigen Online-Schulungen statt. Informationseinheiten, Selbstreflektionsphasen, Kleingruppenarbeit und Körperübungen zu Beweglichkeit, Selbstschutz und weitergehenden Maßnahmen wechseln sich ab. Dabei werden nur solche Techniken gelehrt, die den Klient*innen keine Schmerzen zufügen und sie nicht körperlich schädigen!

Das PART®-Seminar ist kein Selbstverteidigungskurs!

Jede Ausbildung umfasst das Basisseminar mit vertiefenden Inhalten, Informationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen beim Einsatz von körperlichen Interventionen, Inhalten zur Tätigkeit und Rolle als Trainer*in und eine zeitversetzte Unterstützung bei der Vorbereitung von Seminaren und der weiteren Implementierung, einschließlich der Handbücher, des Trainer*in-Zertifikats, einer Foto- und Videodokumentation der praktischen Übungen sowie weitere Materialien.

Aufbau:

1. Teil: Basisseminar mit vertiefenden Inhalten (4-tägige Präsenzveranstaltung - 34 UE)

2. Teil: Rechtliche Rahmenbedingungen für körperliche Interventionen und Informationen zum Lernen mit Erwachsenen (1-tägiges Online-Seminar - 8 UE)

3. Teil: Selbstlernphase zur Vorbereitung der eigenen Abschlusspräsentation (ca. 3-4 Stunden)

4. Teil: Abschlusspräsentation, Inhalte zur Tätigkeit und Rolle als Trainer*in, Wiederholung körperliche Interventionen und der Implementierung (3-tägige Präsenzveranstaltung - 26 UE)

5. Teil: Unterstützung bei der Vorbereitung von Seminaren und der weiteren Implementierung (0,5-tägiges Online-Seminar - 4 UE)

 

Inhalte Basismodul

1. Geschichte und Hintergrund des PART®-Konzepts

  • Wie entstand das PART®-Konzept und wie entwickelt es sich weiter?
  • Auf welcher ethischen Haltung gründet es sich?
  • Was sind die institutionellen Voraussetzungen?
2. Das Ziel meiner Arbeit
  • Welches Verständnis haben wir in unserer Institution davon, wie sich unsere Klient*innen in Anspannungssituationen verhalten könnten, anstatt aggressiv und gewalttätig zu werden?
  • Können wir die zugrundeliegenden Bedürfnisse der Klient*innen verstehen?
3. Professionalität und persönliches Auftreten
  • Wie kam ich zu dieser Arbeit, was hält mich hier?
  • Wie lautet mein Arbeitsauftrag?
  • Wie sind meine Einstellungen gegenüber meinen Klient*innen?
  • Wie beeinflussen meine Stimmungen mein Verhalten gegenüber den Klient*innen?

4. Vorbereitung auf die Arbeit mit aggressiven Klient*innen

  • Bin ich umfassend darauf vorbereitet mit Menschen zu arbeiten, die manchmal bedrohlich, aggressiv oder gewalttätig werden können?
  • Kleidung: Bin ich mir bewusst, wie ich gekleidet bin und wie sich dies auf meine Reaktionsfähigkeit in einem Notfall auswirkt? Bin ich mir bewusst, welchen Einfluss meine Kleidung auf meine Klient*innen hat?
  • Beweglichkeit: Bin ich mir meiner körperlichen Fähigkeiten und Grenzen bewusst? Habe ich dies meinen Teammitgliedern mitgeteilt?
  • Vorausschauende Vorsichtsmaßnahmen: Habe ich genug Informationen über die Klient*innen, ihre Problematiken, ihre Ressourcen und ihre derzeitige Verfassung?
  • Beobachtung: Kann ich mich in meiner Umgebung sicher bewegen? Habe ich eine gut entwickelte Beobachtungsstrategie für kritische Situationen?
  • Selbstkontrolle: Habe ich einen effektiven Selbstkontrollplan?
5. Auslöser von Aggression und Gewalt
  • Kann ich mögliche Auslöser für Aggression und Gewalt feststellen und Alternativen anbieten?
6. Der Handlungsrahmen Krisenintervention
  • Kann ich den Grad der Gefahr feststellen und welche Interventionen sind angemessen?
7. Krisenkommunikation
  • Wenn ich auf eine Person reagiere, die mit körperlicher Gewalt droht, wie kann ich durch verbale und nonverbale Krisenkommunikation zur Deeskalation beitragen?
8. Selbstschutzmaßnahmen
  • Wenn aus einfacher Aggression/Grenzüberschreitung ein körperlicher Angriff wird, können wir Verletzungen dadurch vermeiden, dass wir ausweichen, Angriffe abwehren, uns aus Festhaltegriffen befreien und fliehen?
9. Weitergehende Maßnahmen
  • Könnte jemand ernsthaft verletzt werden, wenn wir jetzt nicht weitergehende Maßnahmen durchführen?
  • Haben wir genügend ausgebildete Mitarbeiter*innen, um die gewählte Maßnahme auf sichere Art durchzuführen?
10. Nachbereitung
  • Schriftliche Dokumentation: Geben meine Berichte den aggressiven Vorfall und die angewandten oder versuchten Interventionen genau wieder?
  • Nachbesprechung im Team: Welche Folgerungen ziehen wir aus dem Vorfall für den oder die betroffenen Mitarbeiter*innen, das Team, die Institution, den fachlichen Handlungsplan und den Umgang mit den Klient*innen?
  • Nachbesprechung mit der*dem Klient*in: Wie können aufgrund der Auswertung des Vorfalls künftige Krisensituationen frühzeitig erkannt und beeinflusst werden? Welche Schritte können unternommen werden, um zukünftig gewalttätige Vorfälle zu minimieren? Wie kann der*die Klient*in daran mitwirken? Welche Sanktionen sind ggf. sinnvoll und nötig?
  • Mitarbeiter*innenfürsorge: Benötigen die beteiligten Mitarbeiter*innen wegen starker emotionaler Betroffenheit weitergehende Hilfen?

Informationen zur Tätigkeit und Rolle als Trainer*in:

11. Evaluation
  • Welche Verhaltensstandards gibt es für Mitarbeiter*innen und wie werden einzelne Kriseninterventionen bewertet?
12. Planung und Durchführung eines PART®-Seminars
  • Welches sind die Grundlagen für die Planung und Durchführung eines PART®-Seminars?
  • Was sind die Prinzipien für das Lernen als Erwachsene*r?
  • Welches sind die Ziele und die Details bei der Planung eines Basisseminars?
  • Einbindung des PART®-Konzepts in das Qualitätsmanagement
Weitere Inhalte:
  • Rechtliche Rahmenbedingungen für körperliche Interventionen
  • Abschlusspräsentation der Teilnehmer*innen

Unterstützung nach Abschluss der Ausbildung für Trainer*innen:

  • Kostenlose telefonische Unterstützung bei inhaltlichen Fragen
  • Optionale kostenlose quartalsweise Vertiefung körperliche Interventionen
  • Optionale kostenpflichtige Lieferung benötigter Seminarmaterialien
  • Optionale kostenpflichtige Unterstützung zu Beginn der eigenen Seminartätigkeit
  • Alle drei Jahre Auffrischungsseminare für Trainer*innen zum Erhalt des Zertifikats

Referent*innen:

Kai Gold Ilona Hofmann PART Training GmbH
Kai Gold Ilona Hofmann

Methoden:

Das Seminar besteht aus Informationsblöcken, Selbstreflektionsphasen, Kleingruppenarbeit und Körperübungen zum Ausweichen, sich Befreien, sich Schützen und Festhalten. Dabei werden nur solche Techniken gelehrt, die den Klient*innen keine Schmerzen zufügen oder sie körperlich schädigen.

Zielgruppe:

Die PART®-Inhousetrainer*in-Ausbildung ist eine Multiplikator*innenausbildung für Fachkräfte aus Institutionen, die Verantwortung für Menschen tragen und bei ihrer Arbeit mit Gewaltsituationen konfrontiert sind bzw. sein können (z. B. Jugendhilfe, Eingliederungshilfe, Altenhilfe, öffentliche Verwaltung, Jobcenter, Sozialarbeit, Gesundheitswesen, Justizvollzug etc.).

Hinweise zur Eignung von Trainer*innen und Voraussetzungen Institution

Die vorherige Teilnahme an einem PART®-Basisseminar ist keine Voraussetzung zur Teilnahme an dieser Fortbildung.

Trainer*innen-Zertifikat

Das Trainer*innen-Zertifikat berechtigt dazu, institutionell angepasste PART®-Seminare sowie kollegiale Fallberatungen in der eigenen Institution durchzuführen, das Handbuch für die Teilnehmer*innen zu diesem Zwecke zu vervielfältigen und die Seminarteilnahme zu bescheinigen. Eine Seminartätigkeit mit dem Konzept außerhalb der Einrichtung ist nicht erlaubt.

Das Zertifikat wird nur nach vollständiger Teilnahme an den ersten vier Teilen der Ausbildung, einer erfolgreichen Abschlusspräsentation und nach Unterschrift der Verpflichtungserklärung zur Durchführung eigener Seminare, der Aufrechterhaltung des Zertifikats und der Anerkennung der Kernwerte des PART®-Konzeptes „Würde und Sicherheit“ sowie einer respektvollen Haltung den Teilnehmer*innen und dem Konzept gegenüber erteilt.

Zeitlicher Ablauf:

Je Modul

1. Tag

09.30 Uhr Stehkaffee

10.00 Uhr Seminarbeginn

12.30 - 13.30 Uhr Mittagspause

17.00 Uhr Ende der Veranstaltung

Die Folgetage beginnen bereits um 9.00 Uhr (weitere Zeiten identisch)   

 

Modultermine:

  • 06. – 09.03.2023 Basisseminar, Osnabrück / Bissendorf
  • 27.04.2023 Online-Tag
  • Selbstlernphase
  • 24. – 26.04.2023 Abschlusspräsentation, Osnabrück / Bissendorf
  • 19.06.2023 Online-Tag

Seminarversicherung:

Damit Sie bei unerwarteten Ereignissen abgesichert sind, empfehlen wir Ihnen den Seminar-Schutz der ERGO-Versicherung. Sollten Sie z. B. aufgrund von Krankheit oder eines Arbeitsplatzwechsels nicht an unserem Seminar teilnehmen können, erstattet die Versicherung nicht nur Ihren Seminarbeitrag, sondern auch z. B. gebuchte Übernachtungen oder Anfahrtskosten. Die Versicherung deckt auch unsere Seminarreihen mit mehreren Modulen ab.

Wir empfehlen Ihnen die Versicherung direkt mit der Seminaranmeldung abzuschließen.

 

Hier Seminarversicherung buchen

 

BGW-Förderung

Diese Fortbildung wird durch die BGW gefördert. Hier finden Sie übersichtlich zusammengestellte weitere Informationen.

Seminarinformationen

FoBi-ID Fobi-2023-1036
Beginn 06.03.2023 9:30
Ende 19.06.2023 17:00
Dauer 9 Tage
max. Teilnehmer 20
Anmeldeschluss 02.03.2023
Einzelpreis € 2.750,00
Referent(en) Kai Gold, Ilona Hofmann, Dr. Imke Wulfmeyer
Ort
Osnabrück/Bissendorf, IJOS Schulungszentrum
Gewerbepark 18, 49143 Bissendorf, Deutschland
Osnabrück/Bissendorf, IJOS Schulungszentrum
Fortbildungsflyer (PDF) 2023.06.19-2023.03.06_Fobi-2023-1036_PART-TrainerInnen-Ausbildung.pdf
Bezuschussung durch die BGW.pdf
Eignung Trainer Voraussetzungen Institution Zertifikat.pdf

Veranstaltungsort - Osnabrück/Bissendorf, IJOS Schulungszentrum

Adresse:

IJOS Schulungszentrum
im Technologie Centrum Bissendorf
Gewerbepark 18
49143 Bissendorf

Anreise:

Unser Schulungszentrum befindet sich im Technologiezentrum Bissendorf.

Mit Bahn und Bus

Ab Hauptbahnhof Osnabrück erreichen Sie das Technologie Centrum Bissendorf mit den Bus-Linien 13, 381 und/oder 382, Fahrtrichtung Bissendorf. Ausstieg an der Haltestelle "Gewerbepark West". Fahrplanauskunft

Mit dem Taxi

Telefon: 0541 32011 oder 0541 27781 

 

 

Mit dem PKW

Bremen oder Münster A 1

  • A 1 bis Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück
  • A 30 in Richtung Osnabrück/Hannover bis zur Abfahrt 20 Natbergen
  • Abbiegen auf die Osnabrücker Straße Richtung Bissendorf
  • Dann 1. links abbiegen in die Straße Hinnerksrott
  • Dann direkt rechts abbiegen auf Gewerbepark
  • Auf der rechten Seite finden Sie den Parkplatz Süd
  • Auf der rechten Seite finden Sie das Technologie Centrum Bissendorf 

Hannover A 30

  • A 30 in Richtung Osnabrück bis zur Abfahrt 20 Natbergen
  • Abbiegen auf die Osnabrücker Straße Richtung Bissendorf
  • Dann 1. links abbiegen in die Straße Hinnerksrott
  • Dann direkt rechts abbiegen auf Gewerbepark 
  • Auf der rechten Seite finden Sie den Parkplatz Süd
  • Auf der rechten Seite finden Sie das Technologie Centrum Bissendorf 
Bielefeld A 33
  • A 33 bis Autobahnkreuz Osnabrück-Süd
  • A 30 in Richtung Osnabrück/Hannover bis zur Abfahrt 20 Natbergen
  • Abbiegen auf die Osnabrücker Straße Richtung Bissendorf
  • Dann 1. links abbiegen in die Straße Hinnerksrott
  • Dann direkt rechts abbiegen auf Gewerbepark
  • Auf der rechten Seite finden Sie den Parkplatz Süd
  • Auf der rechten Seite finden Sie das Technologie Centrum Bissendorf 

Parkplätze

Für Besucher des Seminar Centrums stehen die Parkplätze SÜD und WEST kostenfrei zur Verfügung

anfahrt seminar centrum bissendorf

 
€ 2.750,00 19
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